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  • Jana Lucas

Das perfekte Businessfoto – Was Sie von den Alten Meistern lernen können

Aktualisiert: 23. März 2019


Pünktlich zum Frühlingsbeginn bringt Azorenhoch Hannelore Sonne und warme Temperaturen. Es wird Zeit angesammelten Staub von den Regalen zu wischen, das Velo startklar zu machen und mehr als nur Ihre Wohnung zu putzen. Auch Ihren Businessfotos könnte eine Frischekur gut tun. Vermitteln Ihre Bilder noch, wofür Sie stehen? Transportieren diese Ihre aktuellen Botschaften? Sind die Fotos sinnvoll komponiert? Porträtbilder aus der Renaissance und dem Barock zeigen Ihnen, worauf es ankommt.


Als die Fotografie noch nicht erfunden war, visualisierten gemalte Porträts Machtansprüche und den offiziellen Stand der Abgebildeten, dokumentierten Rechtsvorgänge, dienten zur privaten Erinnerung oder bezeugten als Hochzeitsbildnisse die Liebe. Malerinnen und Maler bannten mit Geduld und Sorgfalt das Leben der Porträtierten auf die Leinwand. Die Bildkompositionen wirken immer durchdacht und manchmal sogar hoch komplex. Sie erzählen von Verdiensten und Tugenden und illustrieren den Charakter und die Werte der dargestellten Personen. Wenn Sie einige der inhaltlichen und gestalterischen Prinzipien aus der Malerei übernehmen, erhalten Sie Businessbilder, die beeindrucken und individuell auf Sie zugeschnitten sind. Die folgenden fünf Punkte zeigen, wie es geht.



Verwenden Sie Accessoires, die auf Ihren Beruf oder Ihr Amt hinweisen.

Peter Paul Rubens, Porträt eines Mannes, wahrscheinlich eines Architekten oder Geografen, 1597, Foto: Metropolitan Museum of Art, New York, The Jack and Belle Linsky Collection.

Dadurch wirkt Ihr Porträt authentisch, überzeugend und individuell. Peter Paul Rubens porträtiert den jungen Mann mit Winkel und Stechzirkel. Daher wissen wir noch heute, dass er als Architekt oder Geograf tätig war. Catharina van Hemessen präsentiert sich im Jahr 1548 bei ihrer Arbeit.


Catharina van Hemessen, Selbstporträt, 1548, Foto: Kunstmuseum Basel.

Die Antwerpener Malerin verwandelt ihr Bildnis dadurch in eine Art Visitenkarte. Sie trägt ein schwarzes Brokatkleid mit roten Samtärmeln entsprechend ihrem sozialen Stand. Tatsächlich wird sie sich im Atelier pragmatischer gekleidet haben, doch eine Arbeitsjacke hätte auf einem Werbebildnis wenig vorteilhaft ausgesehen.





Verabschieden Sie sich vom weissen Hintergrund.

Anonym (früher Hans Holbein d. J. zugeschrieben), Bildnis einer Frau aus Süddeutschland, um 1520–25, Mauritshuis, Den Haag.

Ein weisser Grund wirkt kalt, beliebig und steril. Wählen Sie stattdessen einen Raum, der Ihren beruflichen Kontext widerspiegelt. Oder setzen Sie auf eine Hintergrundfarbe, aus der heraus Sie leuchten und die einen Kontrast zu Ihrer Kleidung bildet wie bei diesem Porträt einer Frau eines unbekannten Meisters.


Philip van Dijk, Der Kaufmann Isaac Parker, 1734, Foto: Rijksmuseum Amsterdam.

Zeigen Sie sich vor einer Landschaft und stützen Sie sich auf eine Balustrade, einen Tisch oder ein Fensterbrett, welches Sie in das Bild einbinden. Spielen Sie mit dem Innen- und Aussenraum wie hier Philip van Dijk beim Porträt des Middelburgischen Kaufmanns Isaac Parker (1702–1755).



Achten Sie auf Ihren Blick.

Jan van Eyck, Der Goldschmied Jan de Leeuw, 1436, Foto: Wikipedia.

Schauen Sie dem Betrachter selbstbewusst in die Augen. Wenn Sie visionär wirken möchten, blicken leicht nach oben in die Ferne. Besonders Frauen sollten vermeiden, den Blick zu senken und den Kopf zur Seite zu neigen. Das vermittelt Unsicherheit, geringe Kompetenz und den Wunsch sich unterzuordnen. Schauen Sie, wie es Jan van Eyck gelingt, den Goldschmied Jan de Leeuw (1401–nach 1456) selbstbewusst und mit einem angedeuteten Lächeln ins Bild zu bannen.



Erzählen Sie von Ihren erfolgen.

Hans Bock d. Ä., Felix Platter, 1584, Foto: Kunstmuseum Basel.

Machen Sie es wie Felix Platter (1536–1614) und zeigen Sie Ihre Leistungen. Der berühmte Basler Arzt und Professor lässt sich von Hans Bock d. Ä. selbstbewusst in einer Fürstenpose abbilden. Um sich herum hat er Verweise auf seine beruflichen Errungenschaften arrangiert. Zusehen sind eine seiner wissenschaftlichen Publikationen und exotische Früchte als Anspielung auf seine Pflanzenzucht, die er zu medizinischen Zwecken betrieb. Zudem beteiligte sich Platter wesentlich an den Ausgrabungen der Römerstadt Augusta Raurica. Davon berichten die antiken Säulen im Hintergrund. Das ist visuelles Storytelling in Hochform.



Spielen Sie mit den Formaten.

Antonello da Messina, Porträt eines jungen Mannes, um 1470, Foto: Metropolitan Museum of Art, New York, Bequest of Benjamin Altman.

Überlegen Sie, ob Headshot, Brustbild, Kniestück oder ein Ganzfigurenporträt die richtige Wahl ist. Ein sogenanntes Kniestück mit einer leichten Körperdrehung verleiht Ihnen einen dynamischen Drive. Wenn Sie eine starkes Statement machen wollen, entscheiden Sie sich dafür, wie eine Herrscherin oder ein Herrscher ganz ins Bild zu treten.


Cornelis de Vos, Porträt einer Frau, Foto: Metropolitan Museum of Art, New York, Marquand Collection, Gift of Henry G. Marquand.

Am Brustbild eines jungen Mannes von Messina, dem Bildnis einer Frau von Cornelis de Vos als Kniestück und an Pompeo Batonis Porträt eines jungen Mannes auf der Grand Tour als Ganzfigur erkennen Sie, wie unterschiedlich die Formate wirken. Je mehr Körper im Bild zu sehen ist, desto bedeutender erscheinen die Dargestellten.


Pompeo Batoni, Porträt eines jungen Mannes, um 1760–65, Foto: Metropolitan Museum of Art, New York, Rogers Fund.

Früher hatten die Auftraggeberinnen und Auftraggeber genaue Vorstellungen davon, wie ihr Bild aussehen sollte. Entwickeln auch Sie ein Bildkonzept, dass Sie vor dem nächsten Fotoshooting mit Ihrer Fotografin oder ihrem Fotografen besprechen. Unterstützen Sie diese mit dem richtigen Briefing.


Klären Sie den Bildaufbau, die Raumsituation (innen, aussen), die Tonalität und Farbe sowie den Verwendungszweck und die Zielgruppe für Ihre Bilder. Bringen Sie durch die passende Komposition Ihre Persönlichkeit und Ihr Können zum Ausdruck. Finden Sie Fotos und Gemälde, die Ihnen als Referenz dienen, zum Beispiel bei Ihrem nächsten Museumsbesuch. So wird Ihr nächstes Fotoshooting ein voller Erfolg.





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